ES (2017)

FSK 16

„Es“ ist ein US-amerikanischer Horrorfilm  von Andrés Muschietti, der am 8. September 2017 in die US-amerikanischen und am 28. September 2017 in die deutschen Kinos kam. Es ist der erste Teil einer Neuverfilmung, die auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King basiert und nach dem Fernsehfilm Stephen Kings Es aus dem Jahr 1990 die zweite Verfilmung dieses Buches ist.

Kurzinhalt

In Maine, in der fiktiven Kleinstadt namens Derry im Oktober 1988. Der sechsjährige Georgie Denbrough spielt mit seinem Papierboot im Regen, das sein Bruder für ihn gebastelt hat. Als dieses in einen Abfluss fährt und er in diesen hineinblickt, sieht er eine unheimliche Gestalt, die sich ihm als Pennywise, der tanzende Clown vorstellt. Diese verwickelt den kleinen Jungen in ein vermeintlich freundliches Gespräch und bittet ihn, das Boot zurückzunehmen. Dem ersten Anschein nach scheint dies gut zu gehen, der gruselige Clown zieht Georgie jedoch Sekunden später in das Dunkel der Kanalisation.
Knapp ein Jahr später im Juni 1989: In letzter Zeit häufen sich die Fälle von vermissten Kindern im Ort. Jedoch scheint die Bevölkerung dies nicht wahrhaben zu wollen. Allein Bill Denbrough, Georgies großer Bruder, versucht der Sache auf den Grund zu gehen. In der Hoffnung seinen kleinen Bruder zu finden. Dabei bittet er seine drei Freunde zur Hilfe. Stanley Uris, der sich auf seine Bar Mitzwa vorbereitet, Eddie Kaspbrak, der von seiner Mutter auf Hypochondrie getrimmt wurde und Richie Tozier, der sich ständig als Komiker versucht. Da Sommerferien sind und die Drei nichts Besseres zu tun haben, stehen sie ihm zur Seite.
Bald schon wächst ihre Gruppe. Zunächst stößt Ben Hanscom zu ihnen. Der übergewichtige Junge wird von ihnen verarztet nachdem er von Henry Bowers gequält wurde. Daraufhin gesellt sich die hübsche Beverly Marsh zu ihnen, die wegen seltsamen Gerüchten einen fragwürdigen Ruf genießt. Der Letzte im Bunde ist der afroamerikanische Junge Mike Hanlon, auf den sie am Fluss treffen, als dieser vor Henry gejagt wird. Die Gruppe nennt sich fortan „Klub der Verlierer“. Im Verlauf der nächsten Tage geben die Freunde zu, dass sie alle ihre Erfahrungen mit Pennywise gemacht haben. Die Mitglieder der Gruppe wurden mit ihren scheinbar realgewordenen und individuellen Ängsten konfrontiert, und die Macht, die es gezielt auf Kinder abgesehen hat, erscheint jedem von ihnen in seiner üblichen Gestalt oder in einer anderen Form. Langsam wird ihnen klar, dass „Es“ hinter dem Verschwinden der Kinder steckt und sie machen es sich zur Aufgabe das Monster zur Strecke zu bringen.

Darsteller

Jaeden Lieberher:          Bill Denbrough
Sophia Lillis:                   Beverly Marsh
Jeremy Ray Taylor:       Ben Hanscom
Finn Wolfhard:              Richie Tozier
Jack Dylan Grazer:        Eddie Kaspbrak
Chosen Jacobs:              Mike Hanlon
Wyatt Oleff:                     Stanley Uris
Bill Skarsgård:                Pennywise/Es
Jackson Robert Scott:  Georgie Denbrough
Nicholas Hamilton:      Henry Bowers

Kritik

Diese Neuverfilmung wurde als bester Horrorfilm der letzten Jahre gelobt. Ich kann diesen Film allerdings nicht als Horrorfilm bewerten. Für mich ist es eher ein Coming-of-Age-Film mit Horrorelementen. Ich denke das trifft es eher. Dennoch ist „Es“ ein hervorragender Film, der sich etwas dichter an die Romanvorlage hält als der Zweiteiler von 1990. Auch die Erzählform dieser Verfilmung unterscheidet sich vom Vorgänger. Anstatt wie damals mit Zeitsprüngen zu arbeiten, ist die Erzählstruktur hier linear und behandelt im ersten Teil nur den Abschnitt im Kindesalter. Diese Entscheidung lässt mehr Zeit für die Charaktere der Kinder sich zu entfalten. Wo wir gerade dabei sind, die jungen Darsteller agieren mit Bravour und schaffen glaubhaft zu wirken. Die Gruppendynamik wirkt keinesfalls aufgesetzt. Man merkt, dass sich die Schauspieler auch hinter der Kamera angefreundet haben, das überträgt sich positiv auf den Film. Die Darstellung des Clowns ist gelungen, wenn auch die deutsche Synchro hier etwas verharmlost wirkt. Bill Skarsgard verleiht der Figur mit seinen eigenen Schwächen, wie ein angeborenes „Lazy Eye“, eine schauderhafte Note. Auch die Schreckensszenarien der Kinder fallen intensiver aus, aber in keinem Fall zu extrem. Der Regisseur arbeitete hier mit Herz und das lässt den Film noch lebendiger wirken.

Fazit

Stimmige und perfekt besetzte Umsetzung des Stephen-King-Romans, die den Fokus angenehm auf die Charaktere legt und dennoch nicht mit Schockmomenten geizt.

LG Richie