Bad Times at the El Royale

FSK 16

Bad Times at the El Royale ist ein US-amerikanischer Mystery-Thriller mit Elementen des Neo-Noir-Films aus dem Jahr 2018. Die Handlung dreht sich um sieben merkwürdige, einander unbekannte Personen, die in einer Nacht des Jahres 1969 im heruntergekommenen Hotel El Royale am Lake Tahoe zusammentreffen und deren dunkle Geheimnisse und Pläne im Laufe des Geschehens miteinander kollidieren. Die Hauptfiguren werden gespielt von Jeff Bridges, Cynthia Erivo, Dakota Johnson, Jon Hamm, Cailee Spaeny, Lewis Pullman und Chris Hemsworth.

Inhalt

Im Jahre 1969 treffen fast zeitgleich vier sich unbekannte Personen im “El Royale” ein, einem Casino auf der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada. Das Casino scheint ansonsten unbelegt und nicht auf regen Betrieb eingestellt zu sein. Es scheint nur einen einzigen Mitarbeiter zu beschäftigen, den etwas nervös, aber eifrig wirkenden Miles Miller, der die Gäste nacheinander eincheckt. Die Gäste stellen sich nacheinander vor als: – Daniel Flynn, ein vermeintlicher Pfarrer mit undurchsichtiger, dunkler Vergangenheit. – Darlene Sweet, eine schwarze Sängerin, die versucht nicht nur als Background-Sängerin Fuß zu fassen. – Seymour Sullivan, ein Staubsaugervertreter, der nicht das ist, was er vorgibt zu sein. – Emily Summerspring, eine junge Frau, die zunächst unerkannt bleiben möchte. Nach The Cabin in the Woods, einer Horrorkomödie aus dem Jahr 2012, ist dies der zweite Spielfilm des Drehbuchautors Drew Goddard, bei dem er auch die Regie übernahm. Die Premiere fand am 27. September 2018 auf dem Fantastic Fest in Austin statt. In den deutschen Kinos lief der Film am 11. Oktober 2018 und in den amerikanischen Kinos am darauffolgenden Tag an.

Darsteller

Jeff Bridges: Daniel Flynn
Cynthia Erivo: Darlene Sweet
Dakota Johnson: Emily Summerspring
Jon Hamm: Seymour „Laramie“ Sullivan
Cailee Spaeny: Rose Summerspring
Lewis Pullman: Miles Miller
Chris Hemsworth: Billy Lee
Nick Offerman: Felix O’Kelly

Filmkritik

Der Film wirkt wie eine Hommage an Tarantino´s Werke, allerdings sollte man ihn nicht zu sehr damit identifizieren. Man muss sich auf diesen Film einlassen. Dann erhält man einen atmosphärisch dichten Neo-Noir-Thriller, der zwar ein paar Längen aufweist, damit aber der Charakterzeichnung genügend Zeit zur Entfaltung gibt. Es fällt einem schwer sich dem nostalgischen Charme des Hotels zu entziehen mit seinen Grafiktapeten, den Natursteinböden und der ständig spielenden Wurlitzer-Jukebox. Durch eben diese Jukebox und der begabten Darstellerin Cynthia Erivo, wird der Film musikalisch im Sixties-Flair grandios untermalt. Doch hinter der Fassade des Hotels lauert der Wahnsinn in Form typischer Paranoia: Das Hotel ist durchzogen von Geheimgängen mit Überwachungsfenstern, mit Abhörwanzen übersät und nichts ist wie es scheint. Nicht einmal die vermeintlichen Gäste. Diese werden von den Akteuren mit einer derartigen Hingabe und Spielfreude inszeniert, die einem das Filmherz höher schlagen lassen. Allen voran Jon Hamm, der den uneinsichtigen Vertreter mit einer Leidenschaft spielt, von der sich andere eine Scheibe abschneiden könnten. Aber auch die renommierten Kollegen spielen gewohnt routiniert und verleihen den Figuren die nötige Glaubwürdigkeit. Cynthia Eviro gibt hier ein großartiges Leinwand-Debüt. Einzig Chris Hemsworth wirkt in seiner Darstellung etwas blass, wobei die Rolle auch nicht viel Raum bietet. Die Geschichte des Films wird in Kapiteln erzählt, jeweils aus der Sicht der einzelnen Personen. Das erinnert zwar stark an Tarantino´s Werke, ist aber erzählerisch strukturierter und einfacher zu folgen. Die Wendungen, die sich im Laufe der Geschichte ergeben, sind leicht zu verfolgen und verleihen dem Werk die nötige Spannung. Dass der Regisseur wie seine bekannteren Kollegen am Ende nicht alle Fragen klärt, gehört mittlerweile zum Konzept.

Fazit

Wer sich für diesen Film entscheidet, erhält einen atmosphärischen Thriller und nahezu zweieinhalb Stunden erstklassige Unterhaltung mit ein paar Längen, nostalgischen Flair und einem Schauspieler-Ensemble in Höchstform.

LG Richie